Mittwoch, 15. Februar 2012

Verblendung

was ich ganz vergessen hatte zu erwähnen: ich war vor Kurzem mal wieder im Kino und habe mir die David Fincher-Verfilmung von Verblendung angesehen. wohlgemerkt, ohne vorher die schwedische Original-Fassung gesehen, noch das Buch gelesen zu haben. insofern hätte mich vielleicht jemand vorwarnen sollen, dann hätte ich nicht ganz s viel Popcorn in mich hinein geschaufelt, ehe mir von den Bildern auf der Leinwand regelrecht schlecht geworden ist :D [bin scheinbar doch etwas zarter besaitet, als angenommen ^^]


die Story dürfte mittlerweile bekannt sein: Journalist Mikael Blomkvist erhält den Auftrag, eine Familienchronik zu erstellen, soll dabei jedoch eigentlich einen Mord aufdecken. Hilfe erhält er von der als sozial inkompetent geltenden Hackerin Lisbeth Salander.
ich muss zugeben, dass ich mit einiger Skepsis an den Film herangegangen bin – zum einen halte ich Hollywood-Neuverfilmungen meist für überflüssig, andererseits spreche ich David Fincher durchaus ein gewisses Talent für seine Inszenierungen zu. Daniel Craig hatte ich schon als alternden Bond abgetan und Rooney Mara für ein Möchtegern Good-Girl-Gone-Bad gehalten, sollte aber eines besseren belehrt werden. 

Die erste positive Überraschung gab es für mich gleich am Anfang des Films, als Trent Reznors Name im Zusammenhang mit dem Soundtrack über den Schirm lief – für mich ein Garant für gelungene musikalische Untermalung gerade bei eher düsteren Filmen. Auch bildlich gesehen sagt die Filmsprache mir in diesem Fall sehr zu, das Szenario wirkt von Anfang an sehr atmosphärisch. entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen passen auch die Schauspieler sehr gut in ihre Rollen, gerade Daniel Craig als Frauenheld in der Midlife-Crisis und seine Partnerin Rooney Mara machen ihren Job wirklich gut. 
die drastische Darstellung einzelner Szenen hat den ganzen Film über eine sehr starke Wirkung, wie eingangs bereits erwähnt, ist mir teilweise sogar tatsächlich schlecht geworden. gerade dadurch büßt der Film aber keine Minute an Spannung ein und ich kann mich nur an eine einzige Situation erinnern, die ich persönlich als unnötig empfand: Lisbeth Salander meint irgendwann natürlich, auch mit Mikael Blomkvist in die Kiste zu müssen. was im Film jedoch teilweise nur nach "yay, eine Sexszene mehr aussieht", erweist sich im Nachhinein als schlüssig für die Handlung, gerade wenn man das Buch gelesen hat. Im Bezug auf das schriftliche Vorbild von Stieg Larsson, welches ich dann direkt nach dem Film verschlungen habe, fällt allerdings auf, dass sich für Hollywood-Verhältnisse recht genau an die Buchvorlage gehalten wurde, abgesehen von der üblichen Kürzung auf das Wesentliche und einer kurzen Liaison, die im Film nicht erwähnt wird.

alles in allem fand ich den Film wirklich beeindruckend und bin schon auf die Fortsetzung gespannt. derweil lese ich erst einmal noch die anderen beiden Bücher und werde mich vielleicht demnächst auch noch mit der schwedischen Verfilmung beschäftigen.

hat jemand von euch den Film schon gesehen oder hat es noch vor?
Fans der Bücher oder der ersten Verfilmung unter uns? ;)

Kommentare:

  1. ich liebe die schwedischen filme - das hollywood dublikat ignoriere ich deshalb gekonnt :D

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  2. Ich muss mich Caro anschließen. Da ich die Bücher super und die schwedische Verfilmung brilliant finde, möchte ich der Hollywood-Kommerz-Maschinerie mein Geld nicht mit einem Kinobesuch oder DVD-Kauf in den Rachen schieben. Ich habe mich aber wirklich selten so gegen ein Remake gewehrt, wie gegen dieses. Einfach WEIL die schwedische Version fantastisch ist. Es tut mir weh, die Produktion von Hollywood zerquetscht zu sehen. Gilt zB auch für So finster die Nacht vs. Let me in.

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  3. @caro und Martha: kann mir vorstellen, dass ich ähnlcih reagiert hätte, wenn ich auch schon "vorbelastet" gewesen wäre ;) habe aber wie gesagt die Bücher erst danach gelesen und die schwedischen Filme noch gar nicht gesehen. mal sehen, was aus meinem Urteil wird, wenn ich das nachgeholt habe ^^

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  4. Ich bin Fan von den Büchern und auch von der schwedischen Verfilmung. Die Hollywood-Version habe ich mir vor kurzem auch angesehen, fand sie aber nicht annähernd so gut wie die schwedische Verfilmung. Es haben einfach so viele Teile gefehlt, die ich wichtig fand. Die schwedische Verfilmung war einfach spannender und besser. :]

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  5. Hi du :)

    Danke das du bei mir Leserin geworden bist. Ich lese deinen Blog schon lange als stille Leserin mit und finde ihn wundervoll. Mach weiter so!

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    1. vielen Dank! dein Blog ist auch echt schön, freu mich schon mehr von dir zu lesen :)

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  6. was ist besser alverde oder franck provost??

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    1. im Bezug auf? Shampoo? oder wie kommst du drauf? :D

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    2. und welche genau im Vergleich? o.O also ich persönlich mag die alverde Shampoos nicht so gerne, weil sie mir zu wenig schäumen. Franck Provost mag ich, weil's nach Gummibärchen riecht ^^ bin aber bei Shampoo auch nicht allzu wählerisch, Hauptsache ohne Silikone.

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